Baden mit Blick auf Eiffelturm: Paris eröffnet Schwimmbäder an der Seine
Nach rund hundert Jahren werden die Seine-Ufer wieder für Badende freigegeben. Etwa 1,4 Milliarden Euro wurden in die Reinigung des Flusses Seine investiert.
Paris – Es gehört zu den bisher nicht eingelösten Versprechen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dass er eines Tages in der Seine baden will. Die Pariser Bürgermeisterin und dutzende Olympia-Teilnehmer haben es bereits getan. Und ab Samstag ist das Schwimmen in der Seine nach gut hundert Jahren auch für die Allgemeinheit wieder erlaubt – allerdings nur im Sommer und an drei dafür vorgesehenen Badestellen.
Es ist damit zu rechnen, dass diese sich schnell füllen werden. Ein seit 2017 jeden Sommer eingerichtetes Schwimmbecken im Bassin de La Villette war häufig überfüllt. Die französische Hauptstadt bietet außer Parks, klimatisierten Geschäften, Museen und Kinos wenige Orte zum Abkühlen – das haben Einwohner und Touristen bei der jüngsten Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad eben erst wieder zu spüren bekommen.
Etwa 1,4 Milliarden Euro wurden in den vergangenen Jahren investiert, um die Seine zu reinigen. Dazu mussten mehr als 20.000 Haushalte flussaufwärts an die Kanalisation angeschlossen werden, die bis dahin ihr Abwasser direkt in den Fluss geleistet haben.
Auch die Betreiber der zahlreichen Vergnügungs- und Hausboote auf der Seine mussten ermahnt werden, sich an die längst existierenden Regeln zu halten und ihre Abwässer nicht mehr in den Fluss zu leiten.
Zudem wurde in Paris in der Nähe des Bahnhofs Austerlitz ein riesiges Überlaufbecken gebaut, damit bei starkem Regen die Kanalisation nicht mehr wie bisher in die Seine flutet. Es fasst 50.000 Kubikmeter Wasser, so viel wie 20 olympische Schwimmbecken.
Anpassung an den Klimawandel
"Es ging nicht nur um die Olympischen Spiele. Die Seine so sauber zu bekommen, dass man darin schwimmen kann, es ist auch eine Frage der Anpassung an den Klimawandel und der Lebensqualität", sagte Hidalgo. Sie löste ein Versprechen ein, das einer ihrer Amtsvorgänger, der spätere Präsident Jacques Chirac, bereits 1988 gegeben hatte. Seine Ankündigung, fünf Jahre später in der Seine baden zu wollen, kommentierte der damalige Umweltminister mit dem Angebot, Handtücher und Antibiotika bereitzustellen.
So ganz ging Hidalgos Plan für Olympia nicht auf, mehrere Trainings und Wettbewerbe mussten abgesagt oder verschoben werden, weil das Wasser nicht sauber genug war. Vor allem bei Regen steigt noch immer die Gefahr, dass die Grenzwerte bei bestimmten Bakterien überschritten werden.
Wasserqualität und Strömung sollen an den Pariser Badestätten ähnlich wie am Meeresstrand durch grüne, orange oder rote Fahnen angezeigt werden. "Wir sind bei den Athleten kein Risiko eingegangen, und wir werden das bei der Öffentlichkeit sicher auch nicht tun", sagte der städtische Sportbeauftragte Pierre Rabadan.
(APA, red, 4.7.2025)